Tiny Living

Wohnen auf kleinem Raum

Einen Rückzugsort haben, an dem nur das vorhanden ist, was wirklich zählt. Eine eigene kleine Welt, die trotz geringer Fläche alles bietet, was man zum entspannen braucht – der moderne Traum manch sinnüberfluteten Großstädters. Ob in raumsparenden Tiny Houses, bescheidenen Wochenendhäuschen oder kleinen Stadtwohnungen – es geht um Reduktion und um das Wesentliche.

Downsizing für mehr Raum und Stil

Der Trend zum ‚Downsizing‘ lässt sich auch in der eigenen Wohnung leben. Entweder, um mehr Luft und Raum zu gewinnen, oder eben, weil man einfach nicht mehr Platz zur Verfügung hat. Wohnraum wird knapper, besonders in Großstädten. Für die gleiche Miete gibt es oft deutlich weniger Quadrameter als noch vor ein paar Jahren. Auf der anderen Seite gilt es heutzutage, aus der Flut von Konsumangeboten einen eigenen Stil zu entwickeln und heraus zu filtern, was man wirklich zum Leben braucht. „Je mehr, desto besser“ gilt nicht für Anhänger des modernen ‚Tiny Living‘-Stils. Hier zählt, was von Wert ist. Damit ist nicht der Preis gemeint, sondern die Funktion und die Frage: „Gibt mir dieser Gegenstand etwas, dass ich brauche und möchte?“ Sich auf Nötiges beschränken, überflüssigen Ballast abwerfen und den vorhandenen Dingen einen Sinn geben – darauf kommt es beim Tiny Living an. Wenig Raum muss nicht unbedingt eng bedeuten, wenn man ein paar Regeln beachtet.

Tipps für kleine Räume

Wer sich räumlich verkleinert, muss sich zuerst einmal darüber bewusst werden, was im Alltag wichtig und notwendig ist. Dazu gehören eine Schlafmöglichkeit, die auf kleinem Raum auch als Sofa genutzt werden kann. Ein (ausziehbarer) Tisch zum Essen und Arbeiten sowie passende (Klapp-) Stühle oder Hocker sollten ebenfalls vorhanden sein. Das wohl Wichtigste in kleinen Räumen: Stauraum, wo es nur geht! Denn wenn die vielen kleinen Dinge wie Küchenutensilien, Handtücher, Bücher oder Klamotten erst einmal eingeräumt und aus dem Sichtfeld verschwunden sind, wirkt direkt alles großzügiger. Um Möglichkeiten zum Einsortieren zu schaffen, empfehlen sich Aufbewahrungsmodule, die nach und nach ergänzt werden können, außerdem Aufhängemöglichkeiten wie zum Beispiel ein Wandorganizer. Multifunktionelle Möbel wie Couchtische mit versteckter Aufbewahrungsmöglichkeit oder Regale mit ausklappbarem Tisch sind bestens geeignet.

Details, die mehr „gefühlten Platz“ schaffen

Schauen Sie auch nach „toten Ecken“ oder „stillen Winkeln“, die sich ebenfalls nutzen lassen. Pflanzen und Obst können beispielsweise aufgehangen werden. Auch Besteck oder andere Küchenutensilien lassen sich hängend gut sortieren. Da es in kleinen Wohneinheiten oft nur eine Küchenzeile gibt, fehlt oft der Platz für größere Küchengeräte, die dann in den Schränken untergebracht werden müssen. Nicht unerheblich ist generell die Farbwahl in ‚der kleinen Hütte‘. Helle Farben wie Beige, Sand oder Pastelltöne erweitern den Raum und erhellen auch kleine, dunklere Ecken und Winkel. Ordnung entsteht auch dadurch, dass ähnliche Farbtöne eingesetzt werden. Doch Vorsicht – zu viel Eintönigkeit wirkt schnell steril. Natürlich sollte es auch auf kleinem Raum gemütlich sein. Dafür können Kissen, Vorhänge und Decken sorgen. Optisch vergrößert werden schmale Räume durch Spiegel, die im besten Falle noch eine Ablage oder Aufhängungsmöglichkeit bieten. Sie reflektieren das vorhandene Licht und strecken den Raum. Man sieht: Wer gut organisiert ist, muss auch auf kleiner Fläche auf Nichts verzichten!