Hübsch geflochten

Möbel und Accessoires aus Rattan & Co.

Sie sind leicht zu transportieren, stoßfest und aus einem schnell nachwachsenden Rohstoff hergestellt: Möbel aus Rattan sind gefragter denn je und passen in jeden Wohnbereich. Auch andere natürliche Materialien wie Seegras, Bananenhanf, Bast oder Jute werden immer beliebter und punkten durch ihre Nachhaltigkeit. Vor allem aber haben Rattanmöbel und artverwandte Design-Accessoires wie Körbe und Teppiche eines gemeinsam: Sie sind von Hand hergestellt und punkten durch wunderschöne Flechttechniken.

Flechten als Kunsthandwerk hat eine lange Tradition

Die Geschichte des traditionellen Flechthandwerkes geht bis in die mittlere Steinzeit zurück. Jäger und Sammler flochten sich Körbe ganz ohne Werkzeuge, um ihre Nahrung darin sammeln zu können. Mittlerweile ist das Flechthandwerk von der UNESCO als Kulturerbe anerkannt. In Deutschland kann man an der Fachschule für Korbflechterei in Lichtenfels in einer dreijährigen Ausbildung das Handwerk des „Flechtwerkgestalters“ erlernen. Die Verwendung von Rattan für Wohnmöbel hat ebenfalls eine lange Tradition. So richtig populär wurde Rattan in Deutschland durch das sogenannte „Wiener Geflecht“, dass als Material für die Sitzfläche von Stühlen und Bänken verarbeitet wurde. Das „Wiener Stroh“ ist bis heute durch Stuhl-Klassiker wie den Bugholzstühlen von Thonet oder Marcel Breuers Stahlrohr-Freischwinger beliebt. Die Vorteile von Rattan machten die Verarbeitung so gefragt: Rattan ist stabil wie Holz, punktet aber durch Elastizität und ist strapazierfähiger. Es wächst deutlich schneller nach als Holz (Rattanpalmen sind nach etwa fünf bis sieben Jahren nachgewachsen) und ist damit eines der nachhaltigsten Materialien im Möbelbau.

Filigraner Rattan-Stuhl von Hübsch Interior (links und rechts). Mitte: Rohrgeflecht, das nach alter Tradition verarbeitet wird. (Foto: Thonet)

Herstellung und Verarbeitung

Hergestellt wird Rattan aus den Lianen der Rotangpalme, die im ostasiatischen Raum wächst. Die verholzten Triebe der Liane werden durch Wasserdampf oder einer Heißluft biegsam gemacht und verarbeitet. „Unsere Rattan-Produkte kommen aus Indonesien und den Philippinen“, erklärt Maria Feldens von Hübsch Interior und erklärt: „Rattan verleiht dem Möbel und der Inneneinrichtung etwas Besonderes durch das schöne Muster und bringt die Natur nach innen.“ Geflochten wird aber nicht nur im asiatischen Raum. Die Körbe der Tine K Home-Kollektion zum Beispiel werden unter fairen Arbeitsbedingungen in Marokko hergestellt – hier flechten Frauen nach alter Tradition Taschen und Körbe aus biegsamen Palmen-Bast. Bei dem „Knot“-Stuhl des japanischen Designers Tatsuo Kuroda für Normann Copenhagen ist filigranes Papiergarn so stabil verflochten, dass es sogar die einzelnen Stuhlteile zusammenhält. Übrigens sind Abweichungen in Farbe und Materialstärke bei Flechtkunst-Produkten ganz typisch und gewollt. Schließlich wird jedes Teil von Hand geflochten und ist ein unverwechselbares Unikat.

Der Stuhl ’Knot’ von Normann Copenhagen wird von zartem Papiergarn zusammen gehalten, dass kunstvoll verflochten wurde.