Kleine Traumwohnung mit Elbblick

Auf einen Kaffee bei Jenny von Elbgestoeber

Sie ist gar nicht mal groß und doch avancierte die Wohnung von Bloggerin Jenny Feldmann zum Instagram-Hit. Das liegt nicht nur an dem wahnsinnig schönen Ausblick auf die Elbe und den Hamburger Fischmarkt, sondern auch an Jennys feinem Gespür für passendes Interior. Eigentlich arbeitet die Hamburgerin als Social Media Managerin bei einem bekannten Hamburger Einzelhandelsunternehmen, dass für Kaffeegenuss bekannt ist. Passenderweise haben wir Jenny in ihrer kleinen Traumwohnung auf einen leckeren Kaffee getroffen.

Unter dem Namen ‚Elbgestoeber‘ zeigt Jenny Einblicke in ihr Leben und ihre Wohnung mit Ausblick auf die Elbe am Hamburger Fischmarkt.

Jenny, du gibst als erfolgreiche Bloggerin und Influencerin detaillierte Einblicke in dein Privatleben. Wie fühlt sich das an?

Anfangs komisch, meistens aber sehr schön, weil ich soviel positive Resonanz bekomme. Ich finde den Begriff Influencerin für mich immer noch irgendwie ungewohnt, letztendlich ist es aber die richtige Bezeichnung für das, was ich tue. Mittlerweile ist dieses Gesamtpaket – Person, Wohnung, Stil – ja eine Marke geworden, seit ich 2014 Instagram für mich entdeckt habe. Von unbekannten Menschen darauf angesprochen zu werden, war erstmal überraschend . Einmal sprach mich nachts eine junge Frau im Nachtbus aus Rom auf meinen Blog an, das war lustig.

Wie hast du es geschafft, so viele Fans zu gewinnen?

Ich glaube, ich liefere einfach guten Content, erzähle meine Geschichte, da können sich viele mit identifizieren, da es auch um sehr persönliche Sachen geht. Als ich die Krankheit meiner Mutter thematisiert habe, konnte es manchen Leuten zum Beispiel Trost spenden. Es hat also irgendwo einen Sinn oder es ist lustig und im besten Fall inspiriert es.

Im Wohnzimmer mit Elbblick guckt Jenny zum entspannen gerne Serien auf ihrer gemütlichen Couch.

Wie würdest du deinen Wohnstil beschreiben?

Ein Mix aus Neu und Alt. Ich versuche, Mainstream zu vermeiden, das gilt für die Bilder an der Wand genauso wie für die Möbel, die ich auch gerne mal austausche. Die Dinge sollten Geschichten erzählen, also zum Beispiel an eine Reise oder einen Song erinnern. Manche Möbelstücke habe ich geerbt, da hängen natürlich Erinnerungen dran. Generell setze ich lieber große Möbel in Szene als kleine, dass wirkt großzügiger. Zum Beispiel habe ich bewusst einen großen Couchtisch und ein großes Sofa.

Du wohnst im fünften Stock, ganz schön sportlich bei einem Hamburger Altbau…

Haha, ja, aber es lohnt sich. Der Ausblick ist einfach umwerfend und ich darf morgens damit aufwachen. Natürlich brauche ich auch mal Hilfe bei schweren Sachen. Bei einem langen Sideboard, das ich bei Ebay erstanden hatte, hat der benachbarte Kioskbesitzer spontan geholfen. Den Kühlschrank haben zwei starke Männer über zwei Stunden hochgehievt. Das war eine echte Herausforderung.

Gibt es Ecken in deiner Wohnung, die Du nicht so gerne zeigst?

Oh ja, meine Abstellkammer zum Beispiel. Da ist Chaos hoch zehn. Hinter den Kühlschrank oder in meine Schubladen sollte man auch besser nicht gucken. Da bin ich ziemlich unordentlich (lacht).

Aufwachen mit Blick auf das Wasser – einfach wunderbar! Der Balkon (Mitte) zeigt in Richtung Elbe. Rechts: Den Dielenboden hat Jenny erst letztes Jahr entdeckt.

Du hast ‚nur‘ zwei Zimmer, Flur, Küche, Bad. Wird das Thema irgendwann langweilig?

Ich glaube nicht. Es gibt immer Phasen, wo eine Veränderung ansteht. Ich finde es toll, verschiedene Kombinationen auszuprobieren , mit Farbe mutig zu sein oder Möbelstücke zu wechseln. Es gibt auch immer etwas zu tun. Letztes Jahr habe ich den PVC-Boden rausgerissen und Spanplatten entfernt und die schönen Dielen entdeckt, Freunde halfen beim Erneuern. Über der Wohnung gibt es einen Dachboden, den man eventuell ausbauen könnte, das reizt mich natürlich sehr. Meine Freunde machen sich gerne mal lustig und nennen mich ‚das Räumemonster‘. Es ist also ein stetiger Wandel gegeben und solange es so viel Spaß bringt, mache ich weiter.

Wonach suchst du Möbel aus?

Ich lasse mich nicht von Markennamen treiben. Nur weil etwas teuer ist, ist es nicht automatisch gut. Die Dinge sollten eine Seele haben. Es ist ein allerdings ein schönes Gefühl, etwas von Wert zu haben. Ich bin nicht so der romantische Typ, sondern mag cleanes Design sehr gerne. Allerdings darf es nicht zu steril wirken. Ich bin keine Impulskäuferin und überlege gerne etwas länger, ob etwas rein passt.

Schwarz, Weiß und Grün geht für Jenny immer. Mit schönen Details und sorgfältig ausgesuchten Accessoires schafft sie kleine, kreative Ecken in der Wohnung.

Hast du eine Lieblingsfarbe oder ein Farbkonzept für die Einrichtung?

Mit Schwarz, Weiß und Grün kann man eigentlich nichts falsch machen. Das Grün kommt durch die Pflanzen, die ich liebe, zum Beispiel meine Monstera oder das Einblatt. Meinen kleinen Nachttischschrank habe ich in knalligem Gelb gestrichen, der Buffetschrank im Flur bekam einen blauen Anstrich.

Gibt es noch Designgegenstände, die auf deiner Wunschliste stehen?

Ich freue mich grade über meine neue Tischleuchte von &tradition in dunkelgrün, ein echter Klassiker. Davon hätte ich gerne noch eine Pendelleuchte. Die Lampen von Louis Poulsen finde ich auch sehr schön. Langfristig irgendwann der Lounge Chair von Eames, aber der bräuchte fast ein eigenes Lesezimmer.

Kannst du dir vorstellen, jemals auszuziehen aus deiner Wohnung?

Ich bin gerne offen für Neues und hätte auch nichts gegen einen Alsterblick statt Elbblick. Aber momentan bin ich sehr glücklich, so wie es ist.

So funktioniert Jennys Look: