Drei Frauen mit Stil

Im Portrait: Drei starke Frauen, die sich im Design-Business durchgesetzt haben

Am 08. März ist „Internationaler Frauentag“, auch genannt Weltfrauentag – ein Tag, der die Rechte der Frauen stärken soll und seit mehr als einem Jahrhundert an die sozialen Unterschiede zwischen den Geschlechtern erinnert. Angesichts aktueller Debatten hat der Tag bis heute nichts an Bedeutung verloren. Noch immer gibt es Unterschiede in Fragen der Bezahlung, der Gleichbehandlung und der gesellschaftlichen Anerkennung. Für uns bei found4you ist der Internationale Frauentag eine passende Gelegenheit, Ihnen drei außergewöhnliche und kreative Frauen vorzustellen, die sich beruflich eine starke Position erarbeitet haben.

1. Amandine Merle, Mitgründerin des französischen Design-Studios Hartô

Die Pariserin ist erst 30 Jahre jung und gründete bereits 2011 das Interior-Label Hartô. „Die Marke entstand aus meinem starken Willen, Unternehmerin werden zu wollen und etwas Neues zu entwickeln, von Null an. Nun zu sehen, wie aus meiner persönlichen Energie ein gemeinsames Projekt entsteht, um dass sich großartige Menschen sammeln, ist einfach fantastisch“, so Merle im Exclusiv-Interview mit found4you. Was ist ihrer Ansicht nach heutzutage wichtig, um Frauen zu stärken? „Sogar mehr als nur konkrete Dinge wie Lohngleichheit oder gleiche Arbeitsförderung. Wir brauchen gleiche Rücksicht. Und da müssen wir uns behaupten. Aber wir müssen auch handeln und zeigen, dass wir es wert sind.“ Was eine starke Frau ausmacht? „Zuversichtlich sein und niemals die eigenen Ambitionen begrenzen, egal ob sie persönlich oder beruflich sind. Wenn ich Zweifel habe oder das Vertrauen verliere, gibt es für mich nichts Besseres, als sich einer Person anzuvertrauen, die mich liebt oder die mir freundlich gesonnen ist.“ Persönlich hat sie noch keine negativen Erfahrungen als Frau in ihrer Branche gemacht, dennoch gab es Situationen, in denen sie dankbar über (männliche) Hilfe war: „Große Möbel alleine zu tragen, wenn Sie zum ersten Mal bei M & O Paris oder IMM Köln ausstellen, ist schwierig! Aber im Ernst - ich würde sagen, dass es schwieriger ist, von großen Kunden oder Interessenten als junger Mensch ernst genommen zu werden, obendrein, wenn man eine Frau ist.“

Amandine Merle leitet das Interior-Label Hartô

2. Stine Gam, begehrte Architektin aus Dänemark

Stine Gam ist die weibliche Hälfte des hinreißenden Designer-Duos GamFratesi. Sie, eine dänische Architektin – er, ein Architekt aus Italien. Kennengelernt haben sie sich 2004 im Institut für Architektur der Universität von Ferrara in Norditalien, anschließend studierten sie gemeinsam an der Aarhus School of Architecture in Dänemark. GamFratesi wurde 2006 gegründet, ihr Studio befindet sich in Kopenhagen. Das Designer-Gespann lässt in seinen bekannten Entwürfen Tradition und Innovation verschmelzen: Ihren Werken legen sie dänische Möbel-Klassiker und Handwerkskunst als auch einen klassisch italienischen Ansatz zugrunde. Ihr Motto: Traditionen respektieren, aber modern – oft minimalistisch – interpretieren. „Oft braucht es nur ein kleines Detail, um einen Ausdruck zu erreichen oder zu brechen, und wir sind sehr neugierig“, so Gam. „Wir studieren, forschen und bewegen uns ständig zwischen unseren beiden Ländern und es ist zu einem so natürlichen Teil von uns geworden, dass es sich auch in unserer Arbeit zeigt.“ Dieser Kontrast ist begehrt bei zahlreichen Herstellern – GamFratesi designte u. a. Objekte für Ligne Roset, Gubi, Kvadrat und Louis Poulsen. Wenn das Paar nicht grade zwischen den beiden Ländern hin- und herpendelt, unternehmen sie am liebsten lange Spaziergänge mit ihrem Sohn, kochen für Freunde oder lesen Bücher.

Stine Gam von GamFratesi, entwarf u. a. die Yuh-Leuchte für Louis Poulsen, den Beetle-Chair und den TS High Marmor Beistelltisch (beides Gubi)

3. Maija Louekari, Grafik-Designerin für Marimekko

Die Muster der Marke Marimekko sind nicht alltäglich, dafür aber sehr einprägsam – große Kreise, wilde Muster, bunte und fröhliche Farben. Viele davon, wie zum Beispiel die Serie ‚Oiva Siirtolapuutarha‘ oder die signifikanten Punkte der ‚Räsymatto‘-Serie, hat die Designerin Maija Louekari entworfen. Die 1982 in der nordfinnischen Stadt Oulu geborene Tochter zweier Architekten studierte Design und Dekoration an der Hochschule für Kunst und Design in Helsinki und Kopenhagen und gewann einen von Marimekko co-initiierten Wettbewerb – der Startschuss ihrer Karriere. Ihre floralen und fröhlichen Entwürfe prägen seitdem etliche Textilien von Marimekko. Neben dem Textil- und Produktdesign verwirklicht sich Maija Louekari außerdem als Illustratorin. Als dreifache Mutter schätzt die Designerin die Familienfreundlichkeit des finnischen Unternehmens Marimekko. Anlässlich des Internationalen Frauentages startet ihr Auftraggeber derzeit eine Kampagne zur Gleichberechtigung der Frau: Für jedes verkaufte ‚Tasaraita‘-Shirt spendet Marimekko im April und Mai 2018 jeweils einen Euro an die Hilfsorganisation ‚Plan International'.

Die Finnin Maija Louekari entwarf einige der berühmtesten Muster für Marimekko