Urban Jungle

Alles im grünen Bereich: So funktioniert der Pflanzen-Trend

Bilder, die aus Moos bestehen und vertikal an die Wand gehängt werden, Sukkulenten, die aus Kokussnuss-Schalen wachsen oder Bananenbäume, die in nordischen Wohnzimmern gedeihen: Mit dem ‚Urban Jungle‘-Trend holen wir uns viele neue, grüne ‚Mitbewohner‘ ins Haus und erfreuen uns (hoffentlich) am Wachstum. Das Motto: Je mehr desto besser.

Die Natur ins Haus holen: Der Urban Jungle macht Wohnzimmer zu Indoor-Gärten

Die Fangemeinde im Internet ist groß und sie wächst und wächst: Blogs wie UrbanJungleBloggers.com berichten täglich über den ‚Urban Jungle‘-Trend, Influencerinnen und Hobbygärtner mit grünen Daumen tauschen Tipps aus. Der Hype um den ‚Urwald im Wohnzimmer‘ gedeiht prächtig. Wer einmal anfängt, will immer mehr. Gibt es eigentlich Regeln beim Pflanzenkauf? „Das ist geschmackabhängig. Ein klarer skandinavischer Stil verträgt gerne einzelne Hingucker oder eine größere Pflanze. Eine Altbauwohnung im Vintage Stil verträgt ganz viele gemischte Pflanzen. Je mehr unterschiedliche Strukturen und Farben, umso spannender“, erklärt Zelda Czok, Inhaberin des Pflanzenladens Winkel van Sinkel in der Hamburger Innenstadt. Aber: „Grundsätzlich schaue ich mit meinen Kunden immer, dass wir nicht zu viele Grüntöne mischen. Gelbgrüne Blätter gemischt mit sattgrünen Blättern, kombiniert mit silbergrünen Farnen und dann noch dunkelgrünes Blattgrün kann manchmal etwas zu unruhig aussehen“, so Czok.

Pflanzen verbessern die Luft und fördern die Kreativität

Neben der individuellen Optik bringen die grünen Schützlinge noch einige weitere Vorteile ins Haus: Besseres Raumklima durch mehr Sauerstoff und Luftfeuchtigkeit, einen höheren Wohlfühlfaktor und sogar mehr Motivation und Kreativität am Arbeitsplatz. „Die Zimmerpflanze ist ein multifunktionaler Einrichtungsgegenstand geworden“, erzählt Jan Nieling, einer der Gründer des Pflanzen-Versandhandels Evrgreen: „Die Zimmerpflanze wird wieder wertgeschätzt, auch Hydrokultur ist wieder angesagt“.

Diese Pflanzen sind jetzt angesagt

Der grüne Trend geht längst über die Kakteen-Sammlung auf der Fensterbank hinaus: „Calatheas und Pileas sind gerade sehr begehrt“, verrät Zelda Czok. Die grünen Blätter bezaubern mit variierenden Mustern. „Und natürlich die Geigenfeige.“ Nicht zu vergessen: Hängepflanzen. „Von der Decke oder Gardinenstange hängend oder im Regal runter rankend. Am besten bringt man einen Haken in der Decke mit einer Bohrmaschine an und setzt einen Dübel rein. Dazu ein hängender Pflanztopf, ein Makramee oder Ähnliches und fertig ist die Hängepflanzeninstallation“, so Czok. Dafür eignen sich Efeutute, Schamblume, Kletterfeige, Baumfreund und die Grünlilie. „Ebenfalls voll im Trend sind Sansevierien, also Bogenhanf - sie machen sich im Schlafzimmer gut, denn sie speichern Kohlenstoffdioxid und klauen im Schlaf nicht den Sauerstoff. Viele andere Zimmerpflanzen atmen in der Nacht und binden dadurch Sauerstoff“, so Nieling von Evrgreen. „Wenn das Schlafzimmer jedoch gut gelüftet ist, dann wird man kein Problem mit ‚sauerstoffklauenden‘ Pflanzen haben.“ Luftreinigend wirken außerdem die Sorten Dracaena, Monstera, Spatiphyllum und Nephrolepis, auch bekannt als Farn.

Inspiration Urban Jungle - Ferm Living
Inspiration Urban Jungle - Winkel van Sinkel
Inspiration Urban Jungle - Evrgreen
Zelda Czok, Inhaberin des Concept-Stores 'Winkel van Sinkel' mit einer prächtigen Monstera-Pflanze. Foto: 'Kaffee mit Freunden'
Geben auf YouTube Tipps zum richtigen Umgang mit dem heimischen Grün: Die Gründer von EVRGREEN, Philip Ehlers und Jan Nieling (von links)
Inspiration Urban Jungle - Ferm Living

Mit diesen Tipps geht es Ihren Pflanzen gut

Welche Pflanze wo am besten aufgehoben ist, entscheiden oftmals die Lichtverhältnisse und Pflegeintensität. Größere Pflanzen, wie die Goldfruchtpalme, verschiedene Ficus-Arten, Baumfreund oder Drachenbäume passen ins Wohnzimmer, wo sie sich gut zum grünen Hingucker entfalten können. Nutzpflanzen, wie die Aloe Vera und Kaffir-Limette sehen gut aus und lassen sich zum asiatischen Kochen (Kaffir-Blätter) oder zur schnellen Wundversorgung von kleineren Schnittwunden verwenden (Aloe Vera). Besonders anspruchslos sind außerdem Tillandsien, Drachenbaum und Schusterpalme. Gibt es dennoch Tricks, die ein Überleben in den Räumen zeitarmer Großstädter sichern und für Wachstum sorgen? „Richtige Lichtverhältnisse, passende Wassergaben entsprechend der Pflanze und wenig Heizungsluft sind die Basis. Dazu ist ein regelmäßiges Umtopfen wichtig, damit die Pflanze genug Platz für die Wurzeln hat und Erde, die nährstoffreich ist“, erklärt Czok. „Jede Pflanze braucht etwas Aufmerksamkeit, Licht und Wasser. Ein Kaktus an einem sonnigen Platz wird sich allerdings sehr wohl fühlen und braucht auch nur mäßig Wasser. Super pflegeleicht sind auch Terrarien, geschlossene Pflanzbiotope, pflegeleichter geht es kaum.“ Luftpflanzen brauchen zum Beispiel noch nicht einmal Erde oder einen Topf – sie begnügen sich damit, regelmäßig naß bestäubt zu werden und ziehen sich das Wasser aus der Luft.