Kakteen für Zuhause

Tipps rund um den Kaktus

Sie sind klein, grün und meistens ziemlich pieksig: Kakteen haben sich ihren Platz auf den Fensterbänken dieser Welt erobert und sind aus unserem Umfeld nicht mehr weg zu denken. Die besonderen Exoten sind aber auch dankbare „Mitbewohner“ – sie brauchen nur wenig Pflege und ein bisschen Sonnenlicht, um sich richtig wohl zu fühlen. Wir wollten wissen, was die Faszination rund um den Kaktus ausmacht und besuchten einen kleinen, feinen Laden im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel, in dem sich alles um die stacheligen Wüstenbewohner dreht.

Eine Oase für Kakteenfans

Ihr Geschäft "Kleiner Kaktus" liegt in einer ruhigen Seitenstraße nahe des turbulenten Schanzenviertels und ist für Inhaberin Andrea Abramowski die Erfüllung eines Traums. Die gelernte Migrationswissenschaftlerin hat sich auf Kakteen und Sukkulenten spezialisiert und bringt seit letztem Jahr mit ihren Laden mexikanisches Urlaubsfeeling in den hohen Norden. „Es fühlt sich einfach an wie Sommer und Urlaub“, sagt Andrea, als wir die vielen verschiedenen Kakteen in schönen Körben und Töpfen und die bunten Wände bewundern. „Das tolle an Kakteen ist, dass sie so genügsam und pflegeleicht sind. Sie brauchen nicht mal viel Sonne. Kakteen können sogar Sonnenbrand kriegen!“, erzählt die Expertin. „Am besten eine bis drei Stunden pro Tag in die Sonne, das reicht. Im Winter immer auf die Fensterbank, damit die Pflanzen genügend Licht bekommen.“

Andrea (M.) erklärt Miriam (l.) und Antje die Unterschiede der stacheligen Schönheiten.

Tipps für Kakteen

Außer ausreichend Licht ist die richtige Bewässerung natürlich wichtig. „Ganz zum Anfang die Erde einmal richtig durchdringend nässen. Anschließend warten, bis die Erde richtig staubtrocken ist. Bei großen Kakteen kann das auch mal sechs bis acht Wochen dauern. Überschüssiges Wasser sollte abgekippt werden, damit der Kaktus nicht darin steht. „Immer ein Pflanzgefäß benutzen, in dem das Wasser ablaufen kann und sich nicht staut“, empfiehlt Andrea. Ab Oktober bis in den Februar haben die grünen Mitbewohner Winterpause und müssen in dieser Zeit nur ein- bis zweimal gegossen werden. Wenn die Wachstumsphase im Frühjahr wieder los geht, kann der Kaktus Blüten tragen. „Ob oder wann er blüht, kann man aber leider nicht beeinflussen“, so Andrea. Einen Favoriten unter all den unterschiedlichen Formen und Arten zu benennen, fällt ihr schwer: „Mal blüht einer, dann sieht ein anderer interessant aus, da könnte ich mich gar nicht entscheiden.“ Nur zu gerne nimmt sie Neulinge auch bei sich zuhause auf. „So langsam geht uns der Platz zuhause aus, gerne hänge ich jetzt auch welche zusätzliche auf.“

Der giftige 'Western-Kaktus', die 'Crassula Hottentot', der lustig gewundene 'Cereus spiralis' und die kindersichere 'Zebrapflanze' (v. l. n. r.) .

Entscheidungshilfe für den eigenen Kaktus

Das Wichtigste ist die Erde, in die der Kaktus eingepflanzt wird. „Am besten immer spezielle Kaktus-Erde nehmen, die gibt es auch in jedem Baumarkt“, erklärt Andrea. Sie sollte möglichst durchlässig sein. Obwohl Andrea ihre Schützlinge bestens kennt, sind Pinzette und Nadel ihre täglichen Begleiter: „Ich piekse mich öfters mal. Zum umtopfen am besten Zeitungspapier zum Umwickeln nehmen und die Pflanze mit einer Seilschlinge aus dem Topf ziehen, robuste Handschuhe nicht vergessen.“ Obwohl Kakteen so pflegeleicht sind, gibt es auch welche, die für manche Haushalten eher ungeeignet sind. „Der sogenannte klassische Westernkaktus gehört zur Gattung der Euphorbia. Diese enthalten die giftige Wolfsmilch. Bei Kontakt sollte man sofort die Hände gründlich waschen und darf auf keinen Fall an den Augen reiben. In einem Haushalt mit Kindern und Tieren würde ich von diesen Kakteen abraten.“ Auch der sogenannte „Schwiegermuttersitz“, ein extrem stacheliger, runder Kaktus, der einem Pouf ähnelt, ist nichts für Kinder und Tiere. „Da empfehle ich gerne die Zebrapflanze. Sie kann angefasst werden, ist ungiftig und piekst nicht.“ Zum Aufhängen eignet sich die Dickblatt-Pflanze ‚Crassula Hottentot‘, deren Triebe aussehen wie lebende Halsketten. „Bei Männern sehr beliebt ist der pieksige, klassische Cereus.“ In Andreas Geschäft wird jeder fündig, beliebt ist auch der Kakteen-Verleih für Fotoproduktionen oder Filmarbeiten. „Bald bieten wir auch Workshops für Makramee-Fans an und man kann den Laden auch mieten für kleinere Anlässe“, erzählt Andrea und schaut sich lächelnd um in ihrem kleinen, grünen Kakteenladen.