OLGA BIELAWSKA

Originelles Design aus Hamburg

Altbewährtes Handwerk, kombiniert mit neuen Herstellungstechniken – das ist ihr Ding. Die Designerin Olga Bielawska produziert über das schwedische Label Swedish Ninja den originellen Beistelltisch ‚Zick Zack‘. Wir wollten die erfolgreiche Produktdesignerin kennenlernen und haben Olga Bielawska in ihrer Wirkungsstätte in Hamburg besucht.

Olga Bielawska
Olga Bielawska entwarf den stabilen 'Zick Zack Beistelltisch' in zwei Größen und drei Farben (Schwarz, Weiß und Grün). Rechts: Die ersten Entwurfs-Skizzen.

Vielseitige Gestalterin

In einem historischen Backsteingebäude hat Olga Bielawska einen Schreibtisch bei ‚LUV Interior‘, einem Concept Store für Interior im Hamburger Stadtteil Sternschanze. Von hier aus entwickelt sie Einrichtungskonzepte, Möbel und Leuchten. „Ich mag es, Sachen zu gestalten und suche mir dann danach eine gute Firma, mit der ich das Produkt produzieren kann“, so Bielawska. Studiert hat sie Produktdesign in an der Weimarer Bauhaus-Universität, später gründete sie mit einer Kollegin das Label „Miss Geschick & Lady Lapsus“ und entwarf humorvolle Accessoires für den Alltag. Seit 2013 ist die Designerin solo tätig.

Step by Step zum Beistelltisch: Als Inspiration dienten ein Stuhl von Josef Hoffmann und eine fransige Tischdecke (l.), später wurden die Farben festgelegt (r.).

Darum Swedish Ninja

Bei Bielawskas Entwürfen zeigt sich, wie raffiniertes Design und einfache Ideen zusammenspielen können. Wie bei ihrem ‚Zick Zack Beistelltisch‘. „Die Inspiration kam durch eine fransige Tischdecke, deren Ecken über die Tischkanten hängen“, erklärt Bielawska. Ein Stuhl von Josef Hoffmann (1870–1956) aus der Zeit der ‚Wiener Werkstätte‘ war eine weitere Vorlage. Bielawska kombinierte die Essenz beider Ideen und kreierte ‚Zick Zack‘: ein pulverbeschichteter Beistelltisch aus Stahl in zwei Größen, die sich zusammenschieben lassen. Bielawska: „Es war nicht einfach, den Zick Zack-Tisch herzustellen. Er sollte ohne Schweißnaht auskommen und aus einem Stück sein. Bei den ersten Prototypen waren die Verstrebungen zu dünn, was zu Instabilität führte. Jetzt ist er solide und standfest.“ Für die Realisierung hat sie sich für das relativ kleine, aber originelle Label Swedish Ninja entschieden. „Dort wird darauf geachtet, dass die Qualität stimmt. Große Firmen lassen oft in China produzieren. Swedish Ninja produziert in Schweden und Dänemark“, erzählt Bielawska. Ihre Vorliebe für geometrische Formen und innovatives Design passte einfach perfekt zu den jungen Schweden.

Olga Bielawska
In Bielawskas Büro: Die Pappboxen 'Prism' hinter den 'Punkt'-Leuchten (l.). Ein Spiegel der 'Sirens'-Kollektion (M.). Fachsimpeln mit Antje vom found4you-Team (r.).

So mobil wie möglich

Auch für ihre anderen zahlreichen anderen Entwürfe, wie die preisgekrönte ‚Sirens – Light and Mirror Collection‘, die ‚Punkt‘-Leuchten, die geometrischen Boxen ‚Prism‘ oder den Tisch ‚The Veiled‘ hat sich Bielawska jeweils unterschiedliche, eher kleine Label ausgesucht. „Ich mag es einfach, wenn die Leute, mit denen man zusammenarbeitet, cool und innovativ sind“, erklärt sie. „Das geht bei großen Firmen manchmal unter.“ Die Verteilung der Produkte auf mehrere Produzenten in verschiedenen Ländern hat einen entscheidenen Vorteil: Man kommt viel herum. „Ich bin gerne so mobil wie möglich“, erklärt Bielawska. „Ich habe gemerkt, dass man als Designerin letztendlich erstmal nichts anderes braucht, als einen Stift und ein Notizbuch. Aus den Papierblättern kann man dann sogar einen ersten Prototyp basteln.“