GRETA MAGNUSSON-GROSSMAN

Von Schweden nach Hollywood

Es gab nicht viele Frauen, die Mitte des letzten Jahrhunderts in der Architektur-Branche Karriere machten. Die Schwedin Greta Magnusson-Grossman gehörte zu den wenigen Damen, die das schafften. Als Möbeldesignerin schuf sie Design-Klassiker, als Architektin entwarf sie Häuser, die ihrer Zeit voraus waren. Hollywood-Stars liebten ihre Entwürfe.

Greta Magnusson-Grossman
Architektin, Innenaustatterin, Dozentin und Geschäftsfrau: Greta Magnusson-Grossman (M.) entwarf die beliebte 'Cobra'-Leuchte (l.) und die legendäre 'Gräshoppa'-Leuchte.

Eine Karriere auf zwei Kontinenten

Nachdem Greta Magnusson-Grossman in den 20er-Jahren eine Holzhandwerksausbildung im schwedischen Helsingborg abgeschlossen hatte, studierte sie an der Stockholmer Kunsthochschule Möbel-, Textilien-, und Keramikdesign und machte sich anschließend mit einem eigenen Laden in Stockholm selbstständig. Ihre Designwerkstatt namens ‚Studio‘ war so beliebt, dass Magnusson-Grossman unter anderem 1937 im Rahmen einer Gruppenausstellung für das Nationalmuseum Stockholm ein Kinderbett für die schwedische Prinzessin Birgitta entwerfen durfte. Nicht nur die Selbstständigkeit lief schwungvoll, auch privat tanzte das Herz der erfolgreichen, jungen Designerin: Im gleichen Jahr heiratete sie den Jazzmusiker Billy Grossman, mit dem sie 1940 in die USA emigrierte und dort ein eigenes Geschäft auf dem Rodeo Drive in Los Angeles eröffnete.

Die Cobra- und die Gräshoppa-Leuchten (r.) von Magnusson-Grossman (l.) sind jeweils in verschiedenen Ausführungen und Farben erhältlich.

Tierisch gutes Design: Cobra und Gräshoppa

In ihrem Laden gingen die Hollywood-Stars aus und ein: Ob Greta Garbo, Frank Sinatra, Ingrid Bergman oder Joan Fontaine – sie alle schätzten die moderne, skandinavische Ästhetik, die Magnusson-Grossman mit ihren Designs in die modernistische Szene Südkaliforniens einbrachte. Zwei ihrer bis heute bekanntesten Entwürfe aus der Zeit sind Leuchten, die tierische Vorbilder haben: Die Leuchtenserie ‚Gräshoppa‘ (dt. = Grashüpfer) von 1947 und die ‚Cobra‘-Leuchte(1948), die durch ihren biegsamen Schwanenhals und ihre Form an die gleichnamige Schlange erinnert. Beide Produkte waren unter anderem im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA), im Stockholmer Nationalmuseum und vielen anderen Ausstellungen weltweit zu sehen. 1950 wurde Magnusson-Grossman vom MoMA mit dem ‚Good Design Award‘ für die Cobra-Leuchte ausgezeichnet.

Greta Magnusson-Grossman
Auch diese Klassiker von Magnusson-Grossman ließ Gubi wieder aufleben: Der Schreibtisch '62 Desk' (l.) und das 'Modern Line'-Sofa (r.).

Magnusson-Grossman als Architektin

Über das prämierte Industriedesign hinaus machte sich Magnusson-Grossman einen Namen als Architektin, die sich von europäischen Bauhaus-Größen wie Ludwig Mies van der Rohe und Walter Gropius inspirieren ließ. Die Häuser waren luftig, leicht, kubistisch und teilweise auf Stelzen gebaut. Ganze sechzehn Projekte realisierte die Architektin, vierzehn davon in Amerika. Zudem lehrte Magnusson-Grossman von 1957 - 1963 Möbeldesign als Professorin und Dozentin an der UCLA (University of California). 1966 zog sie sich beruflich zurück und lebte relativ zurückgezogen mit ihrem Mann in einem von ihr entworfenen Haus nahe San Diego bis zu ihrem Tod 1999. Heutzutage erzielen Originale mit ihrem Design hohe Preise –Gräshoppa-Leuchten aus Zeiten des Mid-Century etwa kommen locker auf über 12.000 Euro. Zum Glück hat Gubi die tollen Stücke als erschwinglichere Neuauflagen im Programm.